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Interview | 24.09.2008

Birmanischer Regimekritiker für Wahlboykott 2010

U Win Tin im Interview der Deutschen Welle

        

Der vom Regime in Myanmar (Birma) am Dienstag (23. September 2008) freigelassene Journalist und Dissident U Win Tin hat gegenüber der Deutschen Welle erklärt, es gehe ihm „gesundheitlich nicht so schlecht“. Der 79-Jährige sagte, in den ersten sechs Jahren seiner Haft von 1989 bis 1995 sei er regelmäßig geschlagen worden. Er habe stundenlang mit verbundenen Augen in der Kälte stehen müssen. Bis vor wenigen Monaten sei er in Isolationshaft gehalten worden und habe nur seine Familie alle zwei Wochen für 15 Minuten sprechen können. U Win Tin kündigte an, sich nicht an „Scheinwahlen“ zu beteiligen. Für 2010 plant die Regierung Wahlen. „Wir erkennen die Verfassung nicht an. Meiner Meinung nach sollten wir nicht an den Wahlen teilnehmen“, so U Win Tin zur Deutschen Welle.

U Win Tin war seit 19 Jahren im Gefängnis und damit der am längsten inhaftierte politische Gefangene Myanmars (Birma). Die Junta hatte am Dienstag in einer Amnestie über 9.000 Gefangene frei gelassen, nach offiziellen Angaben, um ihnen die Teilnahme an geplanten Wahlen zu ermöglichen.

24. September 2008
113/08

 
 
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