Interview | 21.08.2008
Wortgefecht zum NATO-Beitritt Georgiens
Pro und Contra der Botschafter Russlands und Georgiens bei DW-WORLD.DE
Die Botschafter Georgiens und Russlands in Deutschland, Levan Duchidze und Vladimir V. Kotenev, haben sich in kontroversen Gastbeiträgen bei DW-WORLD.DE zu einem möglichen NATO-Beitritt Georgiens geäußert.
Für Levan Duchidze sind die Gründe für einen Beitritt seines Landes zum Nordatlantikpakt klar: „Über 70 Prozent der Georgier haben diesen Willen bei einem Referendum vor wenigen Monaten bekräftigt“. Zudem gebe es den Beschluss des NATO-Gipfeltreffens von Bukarest im April 2008, der Georgien zusichere, Mitglied der NATO werden zu können. In diesem Sinne stelle sich nicht die Frage, ob, sondern wann Georgien Mitglied der NATO werden solle. Duchidze: „Russland wird lernen müssen, wie man mit Tatsachen umgeht, die man, aus welchem Grund auch immer, negativ bewertet.“
Russlands Botschafter in Berlin, Vladimir V. Kotenev, erinnert daran, dass sein Land dauernd davor gewarnt habe, dass die Aufrüstung von Georgien zu einer Eskalation der Gewalt im Kaukasus führen werde – einer Region, die viel mehr Explosivstoff berge als der Balkan. „Die Gewaltorgie georgischer Militärs in Südossetien hat gezeigt, welches Ziel die jetzige Regierung in Tiflis mit ihrem NATO-Beitrittgesuch vor Augen hatte: die gewaltsame Endlösung aller Probleme mit Südossetien und Abchasien“, schreibt Kotenev in seinem Beitrag. Kotenev warnt: „Wenn unter diesen Umständen die Allianz noch um ein Land bereichert wird, dessen Führung nicht vor Völkermord zurückschreckt und bereit ist, Europa in eine bewaffnete Konfrontation zu stürzen, wäre das ein fataler Fehler.“
21. August 2008
96/08
Die Gastbeiträge im Wortlaut:
http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3583196,00.html






