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Interview | 18.12.2009

Margot Käßmann: "Christen sind die am häufigsten verfolgte Religionsgemeinschaft weltweit"

 

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) äußerte sich im Interview der Deutschen Welle zum Tag des bedrohten Christentums.

 

Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sagte zur Entscheidung der Evangelischen Synode, im nächsten Jahr einen Tag des bedrohten Christentums einzuführen: "Christen sind die am häufigsten verfolgte Religionsgemeinschaft weltweit." Es sei eine Wahrnehmung westlicher Demokratien, dass sich Christen frei entfalten könnten, erklärte Käßmann im Interview der Deutschen Welle. "Wir erleben aber, dass Christen in anderen Ländern, wie Indonesien oder Indien, im Irak oder der Türkei, ganz große Mühe haben, ihren Glauben frei zu leben." Hier könnten Christen oft nur unter Lebensbedrohung zu einem Gottesdienst gehen, so Käßmann.

Religionsfreiheit sei ein Menschenrecht, für das sie in Deutschland und auch weltweit eintrete. Die Ratsvorsitzende der EKD sagte, der geplante Tag des bedrohten Christentums sei keine Reaktion auf die Klagen von Muslimen, sie würden hierzulande unter Diskriminierung leiden. "Ich glaube damit auch ein Bewusstsein dafür zu schärfen, was Religionsfreiheit bedeutet im besten und positiven Sinne." Viele in Deutschland nähmen gar nicht wahr, wie groß diese Freiheit sei. Auch die Fürbitte als "ein ganz gewichtiges Zeichen von Gemeinschaft" nannte Käßmann. Bei Besuchen in Ländern, wo das Christentum unterdrückt werde, erlebe sie, "wie wichtig es ist für die Gemeinden dort zu wissen: Wir sind zwar eine kleine Minderheit hier und wir haben Angst. Wir leben in Konfrontation, aber wir gehören zu einer Gemeinschaft dazu, die an uns denkt."

18. Dezember 2009
93/09

 
 

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